Der Genuss der Augen?!

Blindverkostung

Schon lange wollte ich eines ausprobieren: was passiert, wenn Discountwein in einer Karaffe neben einem hochwertigen ausgezeichneten Wein gereicht wird? Wie stark lassen sich Weinkenner davon beeinflussen?

Am vergangenen Wochenende hatte ich die Gelegenheit dazu. Gäste, bunt gemischt aus Fachleuten und Weingenießern wurden auf die Probe gestellt.

 

Rein von der Darbietung der Weine war kein Unterschied zu erkennen. Ein hochwertiger Spätburgunder Spätlese trocken Jahrgang 2012 (Weingut Heinrich Männle, Durbach) wurde neben einem trockenen Cuvée aus Frankreich (aus dem Tetrapack 1,99€) ausgeschenkt. Ausführlich wurde über die Farbgebung diskutiert. Punkten konnte das Cuvée vor allem mit seinen frischen und fruchtigen Aromen in der Nase. Was die Länge und die Fülle anging, hat der Spätburgunder klar gewonnen. Extraktreich, kräftig und lang anhaltend.

Für mich im Ergebnis im ersten Moment ein 1:1 unentschieden. Trotzdem haben sich meine Gäste für den Spätburgunder entschieden. Das Cuvée war ihnen zu leicht. Für mich eine Erleichterung, dass ertragsreduziertes und schonendes Arbeiten schmeckbar ist. Nach einer kurzen Zeit war der Spätburgunder getrunken. Das Cuvée blieb den Abend über fast unberührt. Nach der Aufdeckung der Preisklasse und der Qualitätsstufe hatte es keine Chance mehr. Trotzdem fand es eine Verwendung. Heute freuen sich meine Arbeitskollegen über einen kräftigen Rotweinkuchen.

 

Es lohnt sich also, einfach unwissend Weine gegenüber zu stellen und unvoreingenommen zu probieren. Der Lerneffekt ist immens.

 

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